Valve warnt vor weiter steigenden Speicherpreisen — und hat dabei selbst ein Problem

Valve hat offiziell bestätigt, was der Markt längst zeigt: Speicherpreise werden weiter steigen. Die Ansage kommt nicht ganz uneigennützig — Valve kämpft selbst mit den Folgen der globalen Speicherkrise. Die Steam Machine wurde mehrfach verschoben, der Preis stieg, bevor das Gerät überhaupt in den Regalen stand.

Die Zahlen dahinter sind ernüchternd. TrendForce erwartet für das dritte Quartal 2026 weiter steigende Vertragspreise: DRAM zwischen 13 und 18 Prozent gegenüber dem Vorquartal, NAND-Flash um 10 bis 15 Prozent. Das ist keine Entwarnung — es ist eine Verlangsamung auf hohem Niveau. Und selbst diese gedämpfte Prognose hat einen Haken: TrendForce spricht nicht von besserer Versorgung, sondern von nachlassender Zahlungsbereitschaft auf der Käuferseite. Die Preise sind schlicht so hoch, dass Hersteller nicht mehr jeden Aufschlag weitergeben können. 

Der Grund für die Krise ist strukturell: KI-Rechenzentren kaufen High Bandwidth Memory in Mengen, die den Consumer-Markt leer saugen. Eine 300-Euro-Grafikkarte, deren Speicher plötzlich doppelt so teuer ist, lässt sich kaum noch profitabel verkaufen — eine 2.000-Euro-Karte verkraftet denselben absoluten Aufschlag leichter. Die Speicherkrise trifft Budget-Hardware überproportional hart. 

Die Steam-Hardware-Umfrage vom Juni 2026 zeigt die Konsequenzen direkt: Der Anteil der PC-Gamer mit 32 GB RAM ist erstmals seit Jahren gesunken — auf 36,79 Prozent. Gleichzeitig legten 16-GB-Systeme auf 41,57 Prozent zu. Weniger RAM, nicht weil die Nutzer weniger brauchen, sondern weil Upgrades zu teuer geworden sind. 

Für alle, die gerade ein Upgrade planen: Der Markt wird vor Ende 2026 nicht günstiger. Wer eine SSD oder RAM-Kit kaufen will und es nicht dringend braucht, wartet auf einen Zyklus, der sich erst 2027 entspannen könnte. Wer es jetzt braucht — kauft jetzt. Warten kostet in diesem Umfeld tatsächlich Geld.

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