Quellen: Tom's Hardware, Notebookcheck, TechSpot — 1. Juni 2026
Jensen Huang hat auf der Computex in Taipeh zwei Chips vorgestellt, die den Laptop-Markt grundlegend verschieben könnten: den Nvidia N1 und den Nvidia N1X. Erstmals seit über einem Jahrzehnt baut Nvidia wieder einen Prozessor für Endgeräte — und diesmal nicht als Experiment, sondern als koordinierten Marktangriff. Nvidia, Microsoft, Arm und MediaTek posteten vor der Keynote gleichzeitig denselben Satz auf X: „A new era of PC.“ Das war kein Zufall.
Was in den Chips steckt, ist bemerkenswert. Der N1X — die Hochleistungsvariante — kombiniert 20 ARM-Kerne (Cortex-A925 und A725) mit 6.144 CUDA-Kernen auf Basis der Blackwell-Architektur. Zum Vergleich: Das entspricht der Core-Anzahl einer RTX 5070. Der Chip läuft auf TSMC 3nm, unterstützt bis zu 128 GB LPDDR5X-Arbeitsspeicher und bewegt sich in einem TDP-Fenster von 45 bis 80 Watt. Der kleinere N1 kommt mit bis zu 12 Kernen und 2.560 CUDA-Kernen bei 18 bis 45 Watt — der Einstieg in das neue Ökosystem.
Die Partnerliste liest sich wie ein Who’s Who der Branche: Dell, Lenovo, ASUS, MSI. Lenovo hat intern bereits ein Gaming-Laptop bestätigt — das Legion 7 15N1X11, das ein 245-Watt-Netzteil benötigt. Das ist kein Gerät für den Café-Tisch. Daneben stehen IdeaPad- und Yoga-Modelle in der Pipeline, die zeigen, dass Nvidia den N1 breit positioniert — vom Gaming-Laptop bis zum dünnen Alltagsgerät.
Die eigentliche Frage ist nicht, ob der N1X schnell ist. Die Frage ist, was ARM auf Windows im Jahr 2026 bedeutet. Qualcomm hat mit Snapdragon X gezeigt, dass ARM-Laptops funktionieren — aber auch, wo die Grenzen der Software-Kompatibilität noch spürbar sind. Nvidia betritt diesen Markt nicht als Pionier, sondern als Späteinsteiger mit deutlich mehr GPU-Erfahrung. Ob das den Unterschied macht, werden Benchmarks zeigen. Die N1X-Geräte sollen noch vor dem Weihnachtsgeschäft 2026 erscheinen, breitere Verfügbarkeit ist für Anfang 2027 geplant.
Was bleibt: Nvidia hat gezeigt, dass es den PC-Markt nicht Intel und Qualcomm überlassen will. Ein ARM-Chip mit Blackwell-GPU, CUDA-Support und Microsoft-Rückendeckung ist kein Nischenprojekt. Wenn die ersten Geräte liefern, was die Spezifikationen versprechen, wird 2027 eine interessante Kaufentscheidung.
0 Kommentare